„Die Website soll modern sein.“ Dieser Satz landet schnell in einem Webdesign-Briefing. Er hilft nur leider kaum weiter. Modern kann eine ruhige Galerie bedeuten, eine bunte Veranstaltungsseite oder ein ziemlich hektisches Feuerwerk aus Animationen.

Titelbild: KI-generierte Illustration, keine dokumentarische Aufnahme.

Wenn du ein Webdesign-Projekt in Dresden planst, brauchst du keinen Roman als Vorbereitung. Du brauchst klare Antworten auf die Fragen, die später Zeit, Geld und Nerven kosten. Ein brauchbares Briefing macht sichtbar, was entstehen soll, wer etwas liefert und woran du das Ergebnis beurteilst.

Beginne mit einer Aufgabe für die Website

Schreibe zuerst auf, was Besucher tatsächlich tun sollen. Eine Werkstatt möchte vielleicht passende Reparaturanfragen erhalten. Ein Kulturverein will sein Programm erklären. Eine Illustratorin möchte bestimmte Aufträge zeigen und neue Projektanfragen bekommen. Das sind verschiedene Aufgaben, auch wenn alle eine hübsche Startseite brauchen.

Formuliere ein Hauptziel und höchstens wenige Nebenziele. „Mehr Sichtbarkeit“ ist als Wunsch verständlich, als Arbeitsauftrag aber noch unscharf. Frag weiter: Sichtbarkeit bei wem, wofür und mit welchem nächsten Schritt? So wird daraus beispielsweise: „Menschen aus Dresden sollen unser Angebot für individuelle Möbel verstehen und ein Erstgespräch anfragen.“

Markiere Beispiele ausdrücklich als Beispiele. Das gilt auch für Ziele im Briefing. Eine angenommene Zahl an Anfragen ist noch keine Prognose. Wenn dir Vergleichswerte fehlen, kannst du zunächst festlegen, welche Handlungen du nach dem Start überhaupt beobachten möchtest.

Beschreibe Menschen über ihre Fragen

Die Zielgruppe „alle zwischen 18 und 80“ sagt wenig darüber, welche Inhalte helfen. Brauchbarer sind konkrete Situationen: Jemand sucht unterwegs die Öffnungszeiten. Jemand vergleicht mehrere Anbieter. Jemand kennt deine Arbeit bereits und benötigt eine direkte Kontaktmöglichkeit.

Notiere für die wichtigsten Situationen jeweils die Einstiegsfrage, die benötigte Information und den gewünschten nächsten Schritt. Dafür brauchst du keine erfundene Person mit Lieblingsmüsli und Hobbys. Du brauchst einen nachvollziehbaren Grund, warum jemand deine Seite besucht.

Der Ortsbezug darf präzise sein. Betreust du ausschließlich Kunden in Dresden? Gibt es Termine vor Ort? Ist eine Anfahrt nötig? Oder arbeitest du überregional und dein Standort ist vor allem Teil deiner Identität? Aus diesen Antworten ergeben sich echte Inhalte. Das Stadtwappen irgendwo einzubauen löst diese Fragen nicht.

Sammle Inhalte, bevor du Seiten zählst

Eine Seitenliste lässt sich schnell schreiben: Start, Leistungen, Über uns, Kontakt. Schwieriger wird es bei der Frage, was dort stehen soll. Erstelle deshalb eine kleine Bestandsaufnahme. Welche Texte, Fotos, Logos und Referenzen existieren? Was ist aktuell? Was muss neu entstehen?

Vermerke zu jedem Inhalt eine verantwortliche Person und einen realistischen Liefertermin. „Fotos kommen noch“ ist keine Planung. „Neue Raumfotos liefert die Projektleitung vor der Gestaltung der Leistungsseite“ ist wenigstens eine überprüfbare Abhängigkeit.

Bei Referenzen hältst du fest, welche Leistungen tatsächlich von dir stammen und welches Material du veröffentlichen kannst. Bei mehreren Beteiligten muss die Darstellung die Aufgaben sauber zuordnen. Ein Bild aus einem Gemeinschaftsprojekt erklärt sonst leicht die falsche Leistung.

Diese kleine Inhaltsliste reicht für den Anfang

  • Hauptangebote mit einer verständlichen Erklärung und passendem Kontaktweg.
  • Vorhandene Fotos einschließlich Herkunft und geplantem Einsatz.
  • Überprüfte Angaben zu Team, Standort und Erreichbarkeit.
  • Referenzprojekte mit deiner konkreten Rolle.
  • Inhalte, die du regelmäßig ändern möchtest, etwa Termine oder Nachrichten.

Das ist eine Startliste, keine Verpflichtung zu fünf Bereichen. Ein kleines Projekt kann mit weniger auskommen. Ein umfangreiches Angebot braucht vielleicht mehr Struktur. Entscheidend ist, dass jede geplante Seite eine erkennbare Aufgabe bekommt.

Erkläre Geschmack mit Beobachtungen

Sammle wenige Websites, die dir gefallen, und schreib jeweils dazu, was genau du meinst. Große Bilder? Gut lesbare Schrift? Eine klare Navigation? Die Farbkombination? So lässt sich eine Vorliebe besprechen, ohne eine fremde Website nachzubauen.

Notiere auch, was zu deiner Arbeit nicht passt. Vielleicht magst du kräftige Farben, möchtest aber keine dauernden Bewegungen. Vielleicht soll die Seite sachlich wirken, ohne kühl zu werden. Solche Spannungen sind interessant. Sie geben der Gestaltung eine konkrete Richtung.

Beschreibe die Wirkung getrennt von der Funktion. „Ruhig und konzentriert“ ist ein Gestaltungsziel. „Termine selbst aktualisieren“ ist eine Anforderung. Wenn beides in derselben Wunschliste durcheinanderliegt, verschwinden wichtige Funktionen leicht zwischen Farbideen.

Definiere, was funktionieren muss

Schreibe typische Abläufe als kurze Sätze auf: „Ich kann ein neues Projekt mit Bildern veröffentlichen.“ Oder: „Ein Besucher kann auf dem Handy eine Anfrage senden und erkennt, ob sie angekommen ist.“ Diese Sätze helfen später bei der Abnahme.

Auch die Struktur gehört dazu. Echte Überschriften beschreiben die Gliederung einer Seite und können Hilfstechnologien bei der Navigation unterstützen. Das erläutert das W3C-Tutorial zu Überschriften. Für dein Briefing genügt die Anforderung einer logisch aufgebauten, verständlich bedienbaren Website; die technische Umsetzung klärst du im Projekt.

Unterscheide außerdem zwischen notwendig und später denkbar. Eine Terminübersicht kann zum Start nötig sein. Eine aufwendige Buchung mit Bezahlung vielleicht erst später. Schreib diese Reihenfolge auf, damit sich das Projekt nicht unbemerkt verdoppelt.

Budget und Entscheidungen gehören auf den Tisch

Eine Budgetspanne hilft, den Umfang vernünftig zu planen. Ergänze, ob darin Texte, Fotos, laufende Betreuung und externe Dienste enthalten sein sollen. Ein einzelner Gesamtbetrag ist wenig aussagekräftig, wenn alle unterschiedliche Leistungen darunter verstehen.

Lege fest, wer Rückmeldungen sammelt und wer Entscheidungen treffen darf. Wenn vier Personen unabhängig Kommentare schicken, muss am Ende jemand die Widersprüche auflösen. Diese Aufgabe sollte einen Namen haben. Plane auch Zeit für deine eigene Mitarbeit ein.

Beim Termin gilt dasselbe: Nenne den Anlass und unterscheide feste Fristen von Wünschen. Eine Ausstellungseröffnung kann den Starttermin bestimmen. „Am liebsten bald“ ist eher eine Priorität, über die man reden kann.

Deine Briefing-Vorlage zum Ausfüllen

  1. Unser Angebot in einem Satz: …
  2. Die wichtigste Aufgabe der Website: …
  3. Diese Besucherfragen soll sie beantworten: …
  4. Diese Inhalte liegen vor, diese fehlen: …
  5. Diese Funktionen brauchen wir zum Start: …
  6. Diese Beispiele gefallen uns aus folgenden Gründen: …
  7. Budgetrahmen, gewünschter Termin und Anlass: …
  8. Inhalte und Freigaben verantwortet: …
  9. Nach dem Start pflegt die Website: …

Füll die Punkte ruhig unperfekt aus. Offene Fragen dürfen sichtbar bleiben. Ein ehrliches „noch ungeklärt“ hilft mehr als eine Formulierung, die nur fertig klingt. Mit diesem Stand kannst du über den Kontakt ein konkretes Gespräch beginnen. Dann geht es direkt um dein Vorhaben und seine offenen Entscheidungen.